Donnerstag, 10. März 2011

[gelesen] "Vermisse dich jetzt schon..." von Kajsa Ingemarsson

"Vermisse dich jetzt schon..." von Kajsa Ingemarsson
dtv, Taschenbuch, 255 Seiten
ISBN: 978-3423212496

Note: 3,5/5


Kurzbeschreibung:
Die Geschichte ist schnell erzählt: Annika, 37jährige Ehefrau und glückliche Mutter zweier Kinder, verliebt sich wie ein Teenager in ihren neuen Arbeitskollegen. Soweit, so gut. Doch ausgerechnet Annika! Die perfekte Mutter! Die perfekte Ehefrau! Die perfekte Marketingleiterin! Alles hat sie im Griff: Ehe, Kinder, Freunde, Beruf. Und jetzt das. Aber: Eros hat gezielt und mitten ins Herz getroffen.


 Rezension:
Ob Kajsa Ingmarsson und ich einmal dicke Freunde werden können, weiß ich nicht. Dieses Buch war das zweite, das ich von ihr gelesen oder gehört habe (nach Das große Glück kommt nie allein).

Die Autorin beschreibt realitätsnah das Leben der Mitt-Dreißigerin Annika, welche sich in ihrem Leben irgendwie festgefahren fühlt. Ihre Ehe existiert zwar, aber alles dreht sich um die beiden kleinen Kinder, den Haushalt, den Einkauf und den Job. Annika fühlt sich als "graue Maus" - bis Rickard, der neue Kollege, in ihr Leben tritt. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, weil er sie als attraktive Frau wahrnimmt, als das was sie ist. Rickard sieht sie. Beide verlieben sich ineinander. Aber als Tom, Annikas Ehemann, von der Affäre seiner Frau erfährt, wirft er sie mit einer Woche Bedenkzeit aus der gemeinsamen Wohnung und Familie.
Trotz aller Nähe zu ihren Charakteren schreibt Kajsa Ingemarsson die anrührende Geschichte ziemlich trocken und sachlich. Wer große aufkeimende Gefühle wie bei Nicholas Sparks erwartet wird enttäuscht. Der Roman hat mich trotz der nüchternen Betrachtungsweise dennoch gerührt.
Die Haupt-Charaktere sind allesamt liebenswürdig beschrieben. Eine ähnlich Geschichte könnte sich ohne Probleme auch in jedermanns Nachbarschaft abspielen.
Was für mich den Ausschlag für die Bewertung als "mittelmäßigen" Roman gemacht hat, war dann eben doch die relativ karge Ausschmückung. An manchen Stellen hätte es gern ausführlicher und mir mehr Herzschmerz und tiefen Gefühlen sein dürfen.

Beim Lesen stellt man sich an mancher Stelle schon selbstkritische Fragen. Ist man selbst gefeit vor dem sich-verlieben? Ist es der Partner? Wie würde ich reagieren? Was würde ich tun?

Fazit:
Vermisse dich jetzt schon ... regt zum Nachdenken an.
Leichte Lektüre ist der Roman aufgrund des Themas sicherlich nicht, allerdings ist er wegen der Kürze schnell gelesen und durchaus lesenswert - wenn auch skandinavisch nüchtern.

1 Kommentar:

Sandrina hat gesagt…

werd dich mal verfolgen, schau doch auch bei mir vorbei wenn du Lust hast ;) LG, Sandrina